FOCUS 02/99 11.01.1999
Der umstrittene deutsche Privatagent Werner Mauss steht auch der neuen Bonner Regierung gern zu Diensten. In der jüngsten Geiselaffäre um den in Kolumbien entführten Münchner Arzt Ottmar Broda (60), vermittelten Mauss und seine Ehefrau Ida die entscheidenden Kontakte zwischen den Entführern von der Guerillagruppe ELN und dem Auswärtigen Amt.
Mehrmals sprach ELN-Vizechef Antonio Garcia daraufhin in den
vergangenen Wochen mit dem außenpolitischen Experten der
SPD-Bundestagsfraktion Guntram von Schenk.
Der Vertraute von Günter Verheugen, Staatsminister im
Auswärtigen Amt war mit den sensiblen Unterredungen
beauftragt worden. Schenks Verhandlungsgeschick führte
schließlich zu Brodas Freilassung am vorigen Freitagabend.
Lösegeld wurde nicht gezahlt.
Garcia warb in den Gesprächen mit Schenk um eine aktive
Bonner Unterstützung des Friedensprozesses in Kolumbien.
In einem persönlichen Schreiben an Bundeskanzler Gerhard
Schröder appellierte der ELN-Mann an die Bundesregierung,
die Greueltaten der rechtsgerichteten kolumbianischen
Todesschwadronen anzuprangern.